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Stolpersteinverlegung und Gedenkstättenfahrt – Erinnerungskultur an der MvL

Ziel aller Pädagogik müsse es sein, dass Auschwitz sich nicht wiederhole.

Theodor W. Adorno

 

Erinnerungskultur

 

In Berlin gibt es eine Fülle von Erinnerungsstätten zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Eine bekannte Erinnerungsstätte ist die Spiegelwand auf dem Hermann-Ehlers-Platz in Steglitz. Der Blick auf die Wand offenbart zweierlei. Zum einen werden dem Betrachter hunderte Menschen ins Gedächtnis gerufen, die während der NS-Zeit verfolgt, beschimpft und deportiert wurden.

Zum anderen sieht der Betrachter sich selbst und verspürt einen leichten Schauer. Johannes Heesch und Ulrike Braun erklären hierzu: „Wir erinnern uns nicht, um unser Gewissen zu beruhigen oder uns selbst zu rechtfertigen, sondern weil wir wissen, dass wir selbst es sind, die zur Gefahr des Anderen werden können. Deshalb ist jedes Denkmal eine Frage an uns, ein Stachel in unserem Fleisch.“

 

Stolpersteinverlegung

 

Anfang Juni hat die Klasse 9a mit freundlicher Unterstützung von Herrn Theißen-Körner und Frau Dr. Fritsche (Stolpersteininitiative Steglitz) an einer feierlichen Verlegung von zehn Stolpersteinen teilgenommen. Die Stolpersteine wurden in Wrangelstraße 6-7 nahe dem Rathaus Steglitz vor einem ehemaligen Blindenheim verlegt.

Einige Tage zuvor war Frau Dr. Fritsche im Unterricht der Klasse 9a und hatte viele Fragen zur Erinnerungskultur und der schwierigen Recherche der Lebensläufe einiger Opfer beantwortet. Im Anschluss schlug sie der Klasse vor, die Inschriften der einzelnen Steine nach der Verlegung vorzulesen.

Am Tag der Verlegung waren die Schüler sehr aufgeregt. Angesichts des Fernsehteams vom RBB mussten sie ihren ganzen Mut zusammennehmen und Ruhe bewahren.

Erinnert wird an:

Felix Philipp Ansbach – Albert Arndt – Ferdinand Brück – Siegbert Goldbarth – Ruth Josel – Benno Werner Kaliski – Robert Löwenberg – Johanna Nordheim – Caroline Schartenberg – Ida Wolf

Hier sind einige Eindrücke der Verlegung:

 

Gedenkstättenfahrt nach Theresienstadt / Terezin und Prag (10.07. – 14.07.)

Am 10.07. machte sich die Klasse 9a auf den Weg nach Theresienstadt. Nach einer fünfstündigen Zugfahrt über Dresden und entlang der Elbe erreichten sie ihr Ziel.

Theresienstadt ist eine tschechische Kleinstadt, die auf den ersten Blick nicht an ein Konzentrationslager erinnert. Die ehemalige Garnisonsstadt der österreich-ungarischen Habsburgermonarchie wurde erst im Zuge der nationalsozialistischen Herrschaft (1939) allmählich in ein Konzentrationslager verwandelt. Mehrfamilienhäuser dienten den Häftlingen als Unterkünfte, in denen sie auf engstem Raum „lebten“ und starben.

Einige Menschen, an die die Stolpersteine in der Wrangelstraße erinnern, sind nach Theresienstadt deportiert worden.

In den zwei Tagen beschäftigten sich die Schüler mit der Geschichte der Stadt und besuchten das Ghetto-Museum, den jüdischen Friedhof, ein Krematorium und das Kolumbarium sowie ein Gefängnis (kleine Festung).

In einem Workshop setzten sich die Schüler mit dem Lebenslauf von einzelnen Opfern auseinander.

Am dritten Tag ging es weiter nach Prag. In den folgenden zwei Tagen standen eine Stadtführung, die Besichtigung des jüdischen Viertels und eine abendliche Moldau-Fahrt sowie ein Theaterbesuch auf dem Programm.

Nach fünf ereignisreichen Tagen erreichten wir am Abend wieder Berlin.

 

Hier sind einige Eindrücke der Gedenkstättenfahrt: