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Internationales Jugendtreffen in Taizé

In dem kleinen Dorf Taizé im französischen Burgund lebt eine Gemeinschaft von etwa 100 Männern aus verschiedenen evangelischen und katholischen Kirchen unterschiedlichster Nationalitäten.  Die Brüder haben sich dazu entschieden, ihr Leben lang in der Nachfolge Jesu zu leben und so im Dienst am Menschen, in der Arbeit und im Gebet Gott und den Menschen zu dienen.

Frère Roger Schutz rief diese Gemeinschaft in den Wirren des 2. Weltkriegs ins Leben, um ein Zeichen der Versöhnung zu setzen. Es schlossen sich immer mehr junge Männer an und lebten ein monastisches Leben in Ehelosigkeit, Einfachheit und Gehorsam gegenüber dem Prior der Communauté.

Bis heute kommen Tausende von Jugendlichen verschiedenster Nationalitäten immer wieder auf den Hügel von Taizé, um mit den Brüdern zu beten, zu arbeiten und über ihren Glauben und ihre Zweifel ins Gespräch zu kommen.

Warum ist das so? Was bewegt so viele Jugendliche und auch uns dazu, einige Tage in dieser Einfachheit und dem Gebet zu verbringen?

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, machen wir (15 Schüler/Innen und ihre Religionslehrer) uns am 31.10.19 nach einer der Zeit der Vorbereitung auf den Weg nach Taizé. Dort wollen wir 4 Tage lang an einem Internationalen Jugendtreffen in teilnehmen.

Jeden Tag begleiten die Schüler/Innen Impulsfragen, zu denen sie in einem Reisetagebuch reflektieren.

Was diese besondere Reise also ausgemacht hat, soll an dieser Stelle durch die Stimmen unserer Jugendlichen und einige Fotos zum Ausdruck gebracht werden.

Sehen Sie selbst.......  

Tag 1 (Anreise: Welche Erwartungen hast du ?)

„Ich erwarte von der Fahrt, dass man den Alltag eines Klosters näher kennenlernen kann und die besonderen Momente der Stille, der Gottesdienste und der Gebete genießen kann.“

„Vor allem interessiert mich die Geschichte von Taizé...“

„Ich wollte einen ruhigen Platz finden, an dem man nicht unbedingt ein Netz braucht, .zum Nachdenken und Ausruhen.“

„.... es soll irgendwie ein unfassbar tolles Gefühl sein, mit all‘ den unbekannten Menschen zu singen und sich wie eine Gemeinschaft zu fühlen.“

 „Ich bin heute morgen mit einem komischen Gefühl aufgewacht, weil ich nicht weiß, was mich erwartet...“

Tag 2 (Ankommen in Taizé – Was macht den Alltag aus?)

„Der Tag beginnt mit dem Morgengebet in der Kirche. Danach gibt es Frühstück, das, wie alle Mahlzeiten hier, einfach gehalten ist ... Kakao, Baguette, Butter und Schokolade.“

„Das Essen ist spärlich, aber trotzdem ist es auch eine Erfahrung wert, mal mit weniger und einfachem Essen auszukommen.“

„Das Frühstück fand ich gar nicht geil .... dafür hat es das Mittagsessen wieder rausgehauen, es gab Baguette mit Käse # highlight!!!“

„Das Leben hier ist sehr einfach, aber auch schön, ich meine, wir sind hier schon dankbar für Käse!! Zu Hause ist es normal, dass ich alles essen kann!

„Nach dem Frühstück folgt die Bibeleinführung. Diese leitet ein Bruder, dessen Erzählungen mich sehr beeindruckt haben, beispielsweise wie es dazu kam, dass in Taizé einmal wöchentlich vor dem Kreuz gebetet wird.“

 „Was mir persönlich etwas schwer fällt, sind die praktischen Arbeiten zu „mögen“, denn wir mussten heute Toiletten putzen.“

„Als wäre das einfache Essen nicht schon genug, mussten wir um 15.00 Uhr Toiletten putzen, nein, nicht irgendetwas Entspanntes ... Das reicht mir erst mal!“

„Die Arbeit ist zwar manchmal etwas schwer, aber auszuhalten...“

„Es war nicht so schlimm, wie es sich anhört. Das Leben hier ist eben sehr einfach, aber auch schön.“

„Die einfachen Lebensverhältnisse hier machen mir nichts aus – ich habe sogar freiwillig mein Handy abgegeben.“

Tag 3 (Mittendrin – Was macht die Spiritualität von Taizé aus?)  

Dreimal am Tag kommt auf dem Hügel von Taizé alles zum Stillstand: Die Jugendlichen und die Brüder begeben sich zum Gebet in die Versöhnungskirche....

„Die Gebetseinheiten bestehen aus den typischen Taizéliedern (kurze Sätze aus der Bibel werden mehrstimmig und in verschiedenen Sprachen sich ständig wiederholend gesungen; die Gesänge haben einen meditativen Charakter), dann folgen eine längere Zeit der Stille und die Fürbitten.“

„Es ist etwas Besonderes, wenn einer der Brüder eine andere Melodie zu einem Lied singt, die Mönche haben eine sehr beeindruckende Stimme!“

„In den wenigen Worten der Gesänge ist eine tiefe Wirklichkeit ausgedrückt, die man schnell begreifen kann ...“

„Mich bewegt es, dass alle zusammen singen und etwas Bestimmtes ausstrahlen.... außerdem mag ich es, neben den Brüdern (auf dem Boden) zu sitzen, weil sie den Raum füllen. Die Stillephase war an manchen Tagen sehr anstrengend... Die Gesänge waren wunderschön, es macht mir mega Spaß mitzusingen...“

„Der Kirchenraum vermittelt am Abend eine besonders schöne Atmosphäre.“

„Ich konnte in der Stille viel nachdenken und runter kommen ...“

„Die Stille bietet die Möglichkeit, sich vollständig auf sich selbst zu konzentrieren, alle ablenkenden Faktoren auszublenden und seine Gedanken kreisen zu lassen.“

„Ein weiterer für mich sehr schöner Moment stellt die gemeinsame Fürbitte in den verschiedenen Sprachen dar.“

„Elemente, die mich persönlich sehr bewegen, sind das gemeinsame Singen, auch, wenn man die Sprachen gar nicht sprechen kann, harmonisiert es sehr. Bei mir entsteht ein Gefühl der Verbundenheit mit den anderen Menschen um mich herum.“

„Am Anfang war ich ein bisschen überfordert, dass alle auf einmal so lange still waren. Doch jetzt finde ich es sehr angenehm und nutze die Zeit, um zu beten und über alles nachzudenken.“

„Ich habe schon überlegt, zu Hause auch eine 7-minütige Stillephase einzuführen... mal sehen, ob das klappt, da ich diese 7 Minuten eigentlich auch brauche, um meine Schulsachen zu erledigen..“

Tag 4 (Zurück in den Alltag – Was bleibt von Taizé?)

„Mein Blick auf meine Lebensverhältnisse hat sich verändert, sodass ich mir vorgenommen habe, in Zukunft noch mehr von meinen guten Lebensverhältnissen an andere, denen es nicht so gut geht, abzugeben.“

„Ich habe mir vorgenommen, jetzt ein paar Mal mit meiner Familie in die Kirche zu gehen, vor allem mit meiner kleinen Schwester. Ich möchte ihr zeigen, wie schön eine Gemeinschaft aus Menschen sein kann, die den gleichen Glauben haben.“

„Es hat sich geändert, dass ich mich nun öfter mit anderen unterhalte und offener bin.“

„Die Kirche macht den Ort Taizé besonders aus. Es ist ein Ort des Friedens und der Freude.“

 „Was mich auch sehr bewegt, ist der Film über (den Gründer) Frère Roger, eine Figur, die mich sehr beeindruckt hat und die für mich zu einem Vorbild geworden ist, an dem ich mich zu orientieren versuche.“

Wir freuen uns, dass wir diese besondere Reise mit unseren Schüler/Innen unternehmen konnten!

(TK, Tm)